Sie haben stundenlang an Ihrem Rezept gefeilt? Beim Abschmecken nehmen Sie es ganz genau? Wunderbar. Dann wollen Sie sicher nicht, dass eine schlechte Abbildung Ihrer Speise die ganze Arbeit entwertet? Keine Sorge: Wenn Sie nur halb so viel Energie und Liebe in die Fotos Ihrer Speisen investieren wie in die Zubereitung Ihrer Gerichte selbst,  werden Sie mit links tolle Fotos herstellen können.

Wir helfen Ihnen mit 5 einfachen Tipps, auch ohne professionelle Ausrüstung wunderbare Aufnahmen Ihrer Kreationen und Rezeptideen machen zu können.

1. Der Inhalt ist das Wichtigste

Die Zutaten Ihrer Speisen sind handverlesen und Sie achten auf Frische und Qualität? Dann haben Sie es schon immer gewusst: Auf den Inhalt kommt es an.

Bei der Fotografie ist es nicht anders. Wie bei einem guten Rezept lebt ein Bild von seinen Zutaten und deren Komposition.

1.2 Die drei Ebenen der Gestaltung

Ihr Foto besteht aus drei Ebenen, die Sie gestalten können. Dem Hintergrund (Tisch, Tischdecke und Deko), Ihrem Geschirr und zu guter Letzt natürlich Ihrer Speise. Wenn Sie es schaffen diese Ebenen aufeinander abzustimmen, haben Sie schon gewonnen.

1.2.1 Bei Speisen ist der Tisch der Hintergrund

Die Basis jedes Bildes ist der Hintergrund. Er bildet den Rahmen, der dem Inhalt die besondere Würze verleiht. Mit einer weißen Tischdecke machen Sie eigentlich nie etwas verkehrt, aber auch mit Farben kann man spielen. Suchen Sie Kontraste (Rote Tischdecke – Weißer Teller), aber achten Sie darauf, dass sich die Farben nicht mit den Speisen beißen.

1.2.1 Gutes Geschirr ist wie gute Kleidung

Wenn Sie Ihre Speisen präsentieren, putzen Sie sie richtig raus und nehmen das Sonntagsgeschirr. Kunststoffteller, -schüsseln und -becher erfüllen zwar ihren Zweck und sollten im Haushalt nicht fehlen, aber für ein gutes Foto sollten Sie darauf verzichten.

1.2.2 Das Auge isst mit

Ein Satz, der Sie sicher schon von Kindesbeinen an verfolgt und trotzdem nie an Wert verliert. Sie haben viel Zeit in die Zubereitung investiert – hören Sie nicht vorm Finale auf. Richten Sie Ihre Speise liebevoll und pfiffig an. Überraschen Sie mit kreativen Dekorationen, die Mühe wird sich lohnen.

Geht es hier nicht eigentlich um Fotografie? Doch geht es. Genau ab jetzt.


2. Eine gute Kamera ist gut, aber nicht alles

Was der Kochlöffel dem Koch, ist die Kamera dem Fotografen. Das Handwerkszeug mit dem er seine Komposition vollendet und in einem Bild festhält. Heutzutage ist es nicht mehr notwendig (man darf es trotzdem tun), sich eine teure Kamera zu kaufen, auch günstige Modelle können gute Fotos machen. Können. Wenn man weiß, wo ihre Schwächen sind.

Das größte Problem von günstigen Kameras (egal ob Handy oder Digitalkamera) sind schlechte Lichtverhältnisse. Diese Schwäche wird in der Regel über doppelt so starke eingebaute oder aufgesteckte Blitze ausgeglichen und das Ergebnis ist heute jedem bekannt: Völlig verblitzte Bilder, die keinen Knack, keine schönen Farben und überhaupt keine räumliche Tiefe mehr haben.

Aber keine Sorge. Gute Bilder kann man mit jeder Kamera hinbekommen. Wichtig ist das richtige Licht.

3. Das richtige Licht

Wie es so schön heißt: Fotografieren ist malen mit Licht. Und wer die richtigen Farben haben möchte, muss das richtige Licht wählen.

3.1 Das richtige Licht ist weich

Weiches Licht bedeutet nichts anderes, als dass wenig Schatten und schon gar keine harten Schlagschatten im Bild sind. Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Nichts leichter als das. Wunderbar weiches Licht ist das normale Tageslicht. Versuchen Sie einfach Ihr Foto so nah wie möglich an der nächsten Fensterscheibe zu machen. Im Idealfall natürlich während die Sonne scheint. Dazu nur eine Regel: Stellen Sie Ihr Motiv/Ihre Speise nie direkt ins Sonnenlicht. Perfekt sind Fenster gegenüber der sonnenbeleuchteten Gebäudeseite. Probieren Sie, das Fenster bei der Aufnahme halbwegs im Rücken zu haben, ohne natürlich das Motiv in den Schatten zu stellen.

3.2  Abends schmeckt’s am besten

Sie kochen natürlich nicht nur mittags und das gerade angepriesene weiche Licht vom Tag ist im Fenster einfach nicht zu finden. Was nun? Erster Tipp: Meiden Sie eingebaute und aufgesteckte Blitze solange es geht. Die Probleme wurden im oberen Teil kurz angesprochen: Schlagschatten, verblitzte Farben und der Verlust der räumlichen Tiefe werden Ihren Aufnahmen schwer zu schaffen machen. Zweiter Tipp: Festtagsbeleuchtung. Drehen Sie für diese Aufnahme alles an Lampen in der Wohnung auf, die Sie nur finden können.  Je heller der Raum, desto weniger Leistung wird der Blitz der Kamera bringen müssen. Ihre Aufnahme wird es Ihnen danken.

Wie sie falsche Farben im Bild von gelben Lampen oder zu weißem Blitzlicht korrigieren können, wird im Punkt Bildbearbeitung angesprochen.


4. Die richtige Perspektive und Bildschnitt

Im Grunde können Sie jetzt schon auf den Auslöser drücken, die Vorbereitungen sind gemacht. Aber einen kurzen Augenblick sollten wir vielleicht trotzdem noch der Perspektive widmen.

4.1 Perspektive

Um Ihre Kreationen im Ganzen bewundern zu können, sollten Sie natürlich auch ganz im Bild zu sehen sein. Wählen Sie eine hohe Perspektive. Nicht eine 100%ige Vogelperspektive, aber diese können Sie gut als Ausgangspunkt verwenden. Hier dürfen Sie auch etwas experimentieren, aber achten Sie darauf, dass alles Wichtige im Bild ist.

4.2 Bildschnitt

Der Bildschnitt legt fest, welche Inhalte im Bild sind. Also wo links das Foto beginnt und wo es rechts endet.  Wählen Sie einen engen Schnitt. Ihr Motiv ist Ihre Speise und nicht der gedeckte Tisch. Lassen Sie trotzdem ruhig einen kleinen Rand und lassen Ihren Hintergrund auch noch zur Geltung kommen.

5. Die Bildbearbeitung

Dieser Teil ist für Enthusiasten, die noch immer nicht genug haben. Sie möchten Ihrem Bild noch ein bisschen mehr Pfiff verleihen oder die Farben korrigieren? Dann kommen Sie an der digitalen Bildbearbeitung nicht vorbei.

Es gibt auf dem Markt viele leistungsstarke Bildbearbeitungsprogramme. Viele auch kostengünstig oder vollkommen umsonst. Achten Sie darauf, dass das Programm Ihrer Wahl Ihnen die Möglichkeit gibt, den Weißabgleich digital nachzuholen, die Tonwerte zu korrigieren, Kontraste zu regeln und Farbstiche zu korrigieren.

Wenn Sie sich für ein Programm entschieden haben, nutzen Sie den Fundus an Video-Tutorials auf YouTube. Dort finden Sie ein umfangreiches Angebot zu nahezu allen Problemstellungen in der digitalen Bildbearbeitung.